Die Reaktion schuf Faschismus

Schwurbelte da nicht neulich wieder ein CSU-Minister von der „Konservativen Revolution“? Die Medien-Leute meinten lieber mehrheitlich, die Kombination der Worte wäre unsinnig (wie so manches der Verlautbarung dieses Ministers), aber die Historiker*innen wiesen auf die unselige Tradition des Begriffes in die Zeit vor genau 100 Jahren hin:

Nach dem Nieder-Schießen der Münchner Räterepublik und etwa 1000 ihrer Unterstützenden Ende April 1919 bis Mai / Juni noch mit etlichen ungesetzlichen Todesurteilen durch eine reaktionäre Justiz, die auch weiterhin die rechten Morde lieber übersah, als Notwehr entschuldigte … hatten die ersten Hakenkreuzler schon die Macht auf den Straßen.

Es ging noch ohne Hitler, mit der Thule-Gesellschaft, aus dem Hotel Vier Jahreszeiten, die alten Militaristen hatten sich auch in der SPD eingenistet, nannten sich Freikorps und versteckten Waffen in Bauernhöfen, Kirchen und Klöstern: Der Versailler Vertrag hatte Entwaffnung versprochen … die alte „Ordnung“ aus Kirchen und hetzerischer alter Presse spielte „Normalität.

Konservative Revolution

nannten sie das dann, Fememorde nannten es die Anderen:

Feme-Morde sind ein alter Begriff für Rache an Verrätern, „die der Feme verfallen sind“. Die rechten Freikorps nach dem 1. Weltkrieg, die auch im Auftrag der SPD die Arbeiterräte und die Räteregierungen niederschießen sollten, machten auf eigene Faust weiter, nachdem die herrschende Justiz so milde mit ihnen umgegangen war:

https://de.wikipedia.org/wiki/Emil_Julius_Gumbel (Auszüge) Buchdenkmal-marktplatz-bonn-gumbel

„Insbesondere für die mehr und mehr vom nationalsozialistischen Studentenbund dominierte Studentenschaft war Gumbel ein rotes Tuch. Dabei spielte auch eine Rolle, dass Gumbel Jude war. Zur Jahreswende 1930/31 kam es im Anschluss an seine Ernennung zum außerordentlichen Professor und der vom Kultusminister verfügten Auflösung des nationalsozialistischen Allgemeinen Studentenausschusses bei den „Gumbelkrawallen“ zu einer studentischen Besetzung und polizeilichen Räumung der Universität.

Revolutionäre Gegner

  • Alldeutsche Kolonialisten-Gewinnler und expansive Germanen, Missionare …
  • Judenfeindliche Rassisten wie Thule-Gesellschaft, Hammer-Bund …
  • Kirchen mit bayrischem König (katholisch)
  • und preußischem Kaiser (evangelisch) als regionales Oberhaupt,
  • hetzerische Hirtenbriefe und Kanzel-Predigten im Wahlkampf
  • Presse im privaten Besitz
  • Banken, Börsen, Unternehmer

Aufstieg der Faschisten

Vor dem Hitlerputsch gab es den ansteigenden Antisemitismus in München, schon ganz „gewöhnlich“ in der Universität und im Militär, wo kein „Deutscher“ den Befehlen eines „Juden“ zu gehorchen hatte (Erinnerungen von Philipp Loewenfeld, Verfasser der ersten Verfassung des Freistaat Bayern im Auftrag von Kurt Eisner, aus dem Leben des jüdischen Rechtsanwaltes und Honorarprofessor für Recht, der sich in der vor-Revolutionszeit schon in der SPD und zu sozialwissenschaftlichen Fragen organisierte) verschwoerung-im-vierjahreszeiten

Auch Hitler wollte am 8. November den Putsch nach rechts platzieren, gegen die „Novemberverbrecher“ der Weimarer Republik in Fortsetzung der November-Revolution, doch wurde der „Marsch auf Berlin“ schon am 9. Nov 23 um 12.45 am Odeonsplatz von der Polizei gestoppt, die Legende der „Blutfahne“ begann mit 20 Toten.

Sein Attentat auf Hitler und die gesamte „traditionell“ im Bürgerbräukeller am Rosenheimer Berg versammelten „Alten Kämpfer“ hätte ohne den Nebel klappen können und die Weltgeschichte verändert: Sie trafen sich dort zur Erinnerung an ihre erschossenen „Alten Kämpfer“ vom niedergeschlagenen Hitler-Putsch am 9. Nov. 1923.Georg_Elser-Briefmarke

Georg_Elser-Briefmarke

Viele Geschichten haben die Arbeit des Schreiners und Uhrwerk-Mechanikers als englischem Agenten etc. verdreht, wie das faschistische Praxis war, und die Folter und Prügel hatten ihn nicht klein bekommen: Als „Hitlers persönlicher Gefangener“ war er bis zum Zusammenbruch des „3. Reiches“ und der „Alpenfestung“ neben dem Priesterbau in Dachau interniert, und in einer Nacht- und Nebel-Aktion am Zaun zum Krematorium am 9.4.1945 dort erschossen.

raete-muenchen.de/november-in-bayern-eisner-hitler-elser-pogrome

raete-muenchen.de/emil-julius-gumbel-statistik-der-feme-morde

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